Einsteigerwissen für bessere Bilder

AW: Einsteigerwissen für bessere Bilder

Also ich habe nun 45 PDF Dateien im laufe der Zeit runtergeladen.
Soll das nun heissen, das wenn ich diese Update-Meldung hier verpasst habe,
dann muss ich 45 PDF Dateien lokal und im Netz öffnen um auf der ersten Seite jeweils das
Datum zu vergleichen...... ???
Der Explorer zeigt mir schon brav das Dateidatum, wenn das Forum mir nun seinerseits
auch ein korrektes Datum anzeigen würde, dann könnte ich meine Sammlung im Quartallsraster auf dem neusten Stand halten.
Andereseites, da ich eine Flatrate habe, lade ich eben immer alle herunter.
Egal ob neu oder alt, kostet mich ja nichts und ist einfacher.
Das werde ich mir mal als wöchendlichen Cron-Job auf meinen Server legen, der hat sowieso nur langeweile . 8-)

@Micha
Trenn diese Postings doch mal ab, in einen eigenen Thread
 
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Thema: BILDGRÖSSE REDUZIEREN
znaika.gif


Dieser Beitrag liefert eine Zusammenfassung zu Möglichkeiten der Bildverkleinerung. Damit ist hier eine Reduzierung der Speichergröße, also der benötigten Kilobytes gemeint. Es gibt diverse Parameter, an denen man drehen kann:

1. Bild beschneiden:

Ungewollte Ränder entfernen mittels 'Bildkanten beschneiden'.

2. Skalieren:

Reduzierung der Pixel hoch/quer, also z.B. von 3000x2000 auf 600x400. Das heißt, Pixel werden zusammengefaßt. Hier sollte man gute Skalieralgorithmen verwenden, um möglichst wenige Details zu verlieren. Manches Motiv behält etwas bessere Qualität, wenn man in mehreren Stufen auf die gewünschte Endgröße runterskaliert. Skalieren macht das Bild unschärfer, weshalb nach jedem Skalierschritt nachgeschärft werden muß.

3. JPEG-Qualitätsfaktor beim Speichern einstellen, 100% ist beste Qualität:

Bis etwa 80% Qualität sieht man mit bloßem Auge keine Verluste im Bild. Es kann aber selten bei speziellen Motiven doch mal erkennbar sein - also genau hinsehen. Bei 86% Qualität sind solche Motive i.d.R. dann auch ok. Bei 90% gibts praktisch nie Probleme. 90% reduziert z.B. ein 6 MB-Bild auf etwa 1 bis 1,5 MB.

Ich empfehle jedem, mal zu testen, bei welcher Qualitätsstufe beim Speichern FixFoto nahezu identisch gleich große Bilddateien produziert wie die DigiCam. Es wird kaum die 97% übersteigen! Jedes spätere Speichern des Bildes sollte niemals mit höherer Qualität erfolgen als mit diesem ermittelten Wert, denn es bringt keinerlei Qualitätsvorteil, sondern bläht nur die Datei mit nutzloser Info auf.

Dieser Test ist natürlich nur aussagekräftig mit einem Originalbild von der Digicam! Der Speichertip gilt, solange man keine Veränderungen am Bild vornimmt, die zusätzliche Informationen bringen, also z.B. Fotomontagen durch Einmontieren von externem Bildmaterial. FixFoto liefert mittlerweile für eine gute statistische Absicherung des richtigen Qualitätsgrades das Skript 'optiqual' (Automatische Ermittlung der Jpeg-Kompressions-Einstellung) mit. Man findet es im Arbeitsbereich unter 'Skripte'...'JPEG'.

Es gibt aber eine Ausnahme: Wenn man fremde Bildteile dem Bild hinzufügt (Montage, Beschriftung, Markierungen), könnte man diese evtl. in besserer Qualität erhalten, wenn man nun mit höherer Qualitätsstufe speichert. Es ist aber abzuwägen, ob es nötig ist oder die kleinere Bildgröße Vorrang hat.

4. Metadaten aus der Bilddatei werfen:

Beim Speichern kann man die EXIF-Daten (und die IPTC-Daten mit) rauswerfen. EXIF-Daten fügt die DigiCam dem Bild selbst hinzu, sie enthalten vor allem Aufnahmeparameter der Kamera. IPTC-Daten gelangen nur in die Bilddatei, wenn man sie selbst per Software hinzufügt. EXIF-Daten können schon mal einige Dutzend KB ausmachen (maximal 64 KB).

Beim 'Speichern-unter' gibt es in FixFoto eine Anhakoption, um die EXIFs zu löschen. Alternativ könnte man das Bild auch in einem Format speichern, welches keine Metadaten enthalten kann, z.B. PNG. Würde man dann nach einem Neuladen dieser PNG-Datei anschließend wieder in JPEG speichern, wäre die JPEG-Datei auch EXIF-frei.

5. Schärfen:

Es verhindert, daß das Bild effektiv komprimiert werden kann, da sich durch die Kontrasterhöhung nicht mehr so viele Pixel zusammenfassen lassen. Also nur die Stellen schärfen, die es nötig haben. Insbesondere größere gleichmäßige Farbflächen sollte man fürs Ziel 'kleine Datei' nicht schärfen. Man kann in FixFoto dazu die Kantenmaske im Maskieren-Dialog nutzen.

6. Entrauschen:

Rauschen im Bild verhindert ebenfalls effektives Komprimieren. Gleichfarbige Flächen, z.B. Himmel, sollte man evtl. sogar weichzeichnen.

7. Chromatisches Subsampling:

Etwas für Spezialisten ist das chromatische Subsampling bzw. JPEG Farbkomprimierung. Das ist ein Parameter beim Speichern von JPEG-Dateien, welcher effizientere Farb-/Helligkeitskomprimierung erlaubt.

Vorteil:
ca. 15% bis 35% kleinere Dateien je nach Art des Subsamplings, zusätzlich zu obigen Punkten 1. bis 6.
Nachteil:
Farben können bei der Darstellung am Bildschirm solcherart komprimierter Bilder etwas verändert wirken, vor allem bei Rottönen kann es auffallen. Dies läßt sich aber umgehen, indem vor dem Speichern mit reduziertem chomatischen Subsampling die Farbsättigung des Bildes um ca. 10% erhöht wird. Den richtigen Wert sollte man jeweils bei sich austesten, er ist dann aber für alle Bilder gleich. Dieser Trick kompensiert aber nicht die 15% bis 35% Bildverkleinerung, die erreicht man trotzdem.

FixFoto erlaubt im Speichern-unter-Dialog das chromatische Subsampling zu wählen (zwischen 4:4:4 und 4:1:0). Wer Grundlagen dazu möchte, Details finden sich unter
http://fixfoto.datenschatulle.de/ff-einfuehrung/ff-info_bedien.htm#F211
(etwas runterscrollen, da das Kapitel eine alphabetische Liste ist)

Gruß,

Ralf

PS. Noch ein paar Anmerkungen zu den anderen Bilddateiformaten, die FixFoto so bietet und was sie für Komprimierungsmöglichkeiten bieten:
TIFF
Ein verlustfreies Format, gibt es unkomprimiert und komprimiert. Ersteres erzeugt riesige Dateien, die aber in dieser Form von fast jedem anderen Programm für Bildbearbeitung gelesen werden können. Die komprimierte Form ist nur ca. ein Drittel so groß wie unkomprimiert.
PNG
Auch ein verlustfreies Format, das von sich aus komprimiert. Sehr starke Verkleinerung wird bei einfarbigen Flächen erreicht, weshalb mit PNG erzeugte Screenshots fast immer kleiner sind als wenn diese als JPEG gespeichert werden. PNG beherrscht als einziges von FixFotos Dateispeicherformaten Transparenzen.
BMP
Verlustfrei und immer unkomprimiert. Produziert riesige Dateien und ist überholt. Wird daher auch von jedem Bildbearbeitungsprogramm gelesen.
JPEG2000
Ein sogenanntes Wavelet-Verfahren. Komprimiert stärker als JPEG, trotzdem verlustfrei, ist dafür extrem langsam, was auch an FixFotos Gratis-JPEG2000-Lizenz liegt. Teure Lizenzen dafür sind deutlich schneller.
 
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Eine gute Zusammenstellung, Ralf. Dankeschön!
Vor allem die Punkte 5 bis 7 sind interessant für mich. Da ich Fotos vorwiegend für das Web bearbeite, sind kleinstmögliche Dateien bei grösstmöglicher Qualität wichtig.
 
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Danke Ralf, das mit dem Nachschärfen habe ich so noch nie beachtet!
 
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Hallo Ralf,
ralfeberle schrieb:
...4. Metadaten aus der Bilddatei werfen:... Beim 'Speichern-unter' gibt es in FixFoto eine Anhakoption, um die EXIFs zu löschen. ...
dieser Passus ist leicht missverständlich. Müßte eigentlich "Abhakfunktion" heißen, denn nur wenn das Feld NICHT angehakt ist, werden die Exif-Daten nicht gespeichert.

Gruß
Stefan
 
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Danke Ralf, eine Menge gute Arbeit.

Aber:

Beim Speichern kann man die EXIF-Daten (und die IPTC-Daten mit) rauswerfen.

meine IPTC Schlagwörter und Bemerkungen habe ich doch so fleissig angefügt. ??? Da überlege ich mir dann genau, ob ich sie auf einen Schlag wieder loswerden will. Wenn die Dateigrösse dies verlangt, ok. Das Original ist ja immer noch da.

edy
 
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Danke für die ausführliche Erläuterung, das gibt sicher wieder Arbeit für Heinz ;).
ralfeberle schrieb:
[...] 2. Skalieren:
Reduzierung der Pixel hoch/quer, also z.B. von 3000x2000 auf 600x400. Das heißt, Pixel werden zusammengefaßt. Hier sollte man gute Skalieralgorithmen verwenden, um möglichst wenige Details zu verlieren. Manches Motiv behält etwas bessere Qualität, wenn man in mehreren Stufen auf die gewünschte Endgröße runterskaliert. Skalieren macht das Bild unschärfer, weshalb nach jedem Skalierschritt nachgeschärft werden muß.[...]
Hierzu eine kurze Nachfrage: Bei stufenweisem Skalieren nach jeder einzelnen Stufe nachschärfen?
 
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Genau das heissts.
 
AW: Einsteigerwissen für bessere Bilder

Hallo,
Der letzte Teil dieses Threads - Bildgröße reduzieren - liegt nun auch als PDF vor.
Er wurde in das bereits bestehende PDF "Bessere Bilder" als Kapitel 8 eingearbeitet.
Damit trägt dieses PDF jetzt als aktuellen Bearbeitungsstand das Datum 23.052006
Sobald Michael den Austausch vorgenommen hat steht es zum Download bereit.

PS. Austausch ist erfolgt 17.30 h
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Einsteigerwissen für bessere Bilder

Hallo Ralfeberle

Du schreibst:
Schärfen in Problemfällen:
1. Geraten die Farben beim Schärfen zu satt, kann eine Umwandlung in den LAB-Modus, bei FF Option 'Helligkeit', Abhilfe schaffen, indem die Scharfzeichnung nur auf den L-Kanal (Helligkeit) angewandt wird.

Wie stelle ich dies ein?

mfg
Emil
 
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Hallo!

Keine Kunst: Indem Du die Karteikarte 'Y-Schärfe' anwählst. FF arbeitet automatisch im LAB-Modus.

Gruß,

Ralf
 
LAB? AW: Einsteigerwissen für bessere Bilder

Hallo Ralf,

bist Du dir da sicher, dass FF dabei LAB Farbraum arbeitet?
Wahrscheinlicher ist glaube ich ein Schaerfen der Helligkeitsinfo im YCbCr (oder YUV) Modell, was einfacher sein soll und eigentlich auch das "Y" erklaeren wuerde (aehnlich wie PSP). Allerdings weisen die echten LAB-Fans darauf hin, dass nur eine echte Umwandlung in den LAB Modus die gewuenschte saubere Trennung von Farb und Helligkeitsinfos bewirkt (und einhergehend weniger Artefakte beim Schaerfen). Ich kenne nur zwei andere Editoren die wirklich ein Schaerfen in LAB erlauben; waere ja eine tolle Ueberraschung.


ralfeberle schrieb:
Keine Kunst: Indem Du die Karteikarte 'Y-Schärfe' anwählst. FF arbeitet automatisch im LAB-Modus.
 
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Thema: Auflösungen und Bildformate
znaika.gif


Nachdem für viele Leute die Wiedergabe von Digi-Bildern über Monitore, Fernseher oder Projektoren eine wichtige Art der Bilderpräsentation darstellt, hier einige technische Daten der dabei Verwendung findenden Geräte:

Auflösungen Fernsehtechnik:

[table="head"]Bezeichnung|Auflösung|Pixel
|vertik./horiz.
NTSC (480i)|480(2x240)x720|345.600 (2x172.800)
PAL (576i)|576(2x288)x720|414.720 (2x207.360)
HD 720p|720x1080|921.600
HD 1080i|1080(2x540)x1920|2.073.600(2x1.036.800)
HD 1080p|1080x1920|2.073.600
2K|1556x2048|3.186.688
4K (35 mm Vollbild)|3112x4096|12.746.752
5K|2500x5000|12.500.000[/table]

Erläuterungen zu Bildwechselfrequenzen:

p
Steht für progressive (engl. 'fortschreitend'), da die Zeilen in ihrer natürlichen Reihenfolge aufgenommen werden, also 1, 2, 3, 4, 5, ... Man bezeichnet es auch als Vollbildverfahren. Vollbilder erfordern höheren Datendurchsatz als Halbbilder.

i
Steht für interlaced (engl. 'verschachtelt') und bedeutet Halbbild- oder Zeilensprungverfahren. Es entsteht eine zeitliche und inhaltliche Differenz zwischen dem ersten und zweiten Halbbild. Das erste Halbbild enthält alle ungeraden Zeilen - 1, 3, 5, ... - das zweite Halbbild alle geraden Zeilen - 2, 4, 6, ... Es ist daher möglich, daß das Bildmotiv je Halbbild einen Versatz hat. Dieser Versatz muß bei modernen Displays mit Deinterlacing-Verfahren beseitigt werden. Ihre Qualität entscheidet über die Qualität des Bildes.

Auflösungen PC:

[table="head"]Bezeichnung|Auflösung|Pixel
|vertik./horiz.
CGA|320x200|64.000
QVGA|320x240|76.800
VGA|640x480|307.200
WVGA|854x480|409920
SVGA|800x600|480.000
XGA|1024x768|786.432
SXGA|1280x1024|1.310.720
SXGA+|1400x1050|1.470.000
WSXGA+|1680x1024|1.764.000
UXG|1600x1200|1.920.000
WUXGA|1920x1200|2.304.000
QXGA|2048x1536|3.145.728
WQXGA|2560x1600|4.096.000
QSXGA|2560x2048|5.242.880[/table]

Bildformate:

[table="head"]Seitenverhältnis|Bezeichnung / Verwendung
|
1:1|Fotografie, z.B. 6x6 Mittelformat
1:1,17|Scope
1:1,25|Bildschirmformat, z.B. bei 1280x1024
1:1,31|IMAX
1:1,33|4:3 - Standard-Fernsehen für PAL/SECAM und früher das 35 mm Stummfilmfenster
1:1,37|35 mm Academy (Tonfilmformat er 30er Jahre)
1:1,5|3:2 - 36x24 mm Fotostandard-Kleinbildformat
1:1,6|8:5 von Bildschirmen/Beamern mit z.B. 1920x1200 Pixel
1:1,618...|Goldener Schnitt = (1 + Wurzel aus fünf) / 2
1:1,66|35 mm Breitwandfilm (Europa)
1:1,68|PAL-Plus (Wide-PAL), Super-16 mm
1:1,78|16:9 für HDTV und HD-Cinematograhpie Widescreen
1:1,85|16,66:9 Kinostandard für den 35 mm Breitwandfilm (USA)
1:2,2|70 mm Breitwand
1:2,35|35 mm CinemaScope- bzw. Panavision-Format (anamorphotisch)
1:4|Multivision - drei 4:3-Bilder werden nebeneinander gezeigt[/table]

Gruß,

Ralf
 
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Das erste Halbbild enthält alle ungeraden Zeilen - 1, 3, 5, ... - das zweite Halbbild alle geraden Zeilen - 2, 4, 6, ...

beim Interlace-Verfahren muß unterschieden werden zwischen Top Field First (TFF) und Botom Field First (BFF).
Das, was Du beschrieben hast gilt für TFF. Dieses Verfahren wird von HI8-Kameras und Fernsehkarten genutzt (wobei letztere oft nur progressiv arbeiten, sich dabei auch noch auf nur ein Halbbild beschränken und für das zweite Halbbild einfach noch einmal das gleiche nutzen).
BFF wird von DV-Kameras genutzt (Digital Video).
Beim BFF-Verfahren ist es genau umgekehrt, das erste Halbbild besteht aus den geraden Zeilen, das zweite aus den ungeraden.
Probleme gibt es dann beim Mischen von Material mit unterschiedlichem Aufzeichnungsverfahren.
 
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Hallo,
das Thema "Auflösungen und Bildformate" wurde als Kapitel 9 an das PDF "Bessere Bilder" angehängt und steht nach Upload durch Michael im Zubehör zur Verfügung (Aktualisierungsdatum für das PDF: 07.07.2006) -> s. Fußleiste
 
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Thema: Optimales Ausbelichten
znaika.gif


Ich hatte vor kurzem mal mit Manfred 'kuni-r' korrespondiert zwecks MiniLabs, ihrer Verbreitung und vor allem ihren Möglichkeiten, auszubelichtende Bilder mit eingelagerten Farbprofilen zu verarbeiten. Daraus ergab sich dann eine Methode, wie man idealerweise vorgeht, um optimale Papierbilder zu erhalten. Folgende Empfehlungen können nur dann optimale Papierbilder ergeben, wenn eine wichtige Voraussetzung gegeben ist:

Bildschirmkalibrierung

Der eigene Bildschirm muß farbrichtig anzeigen, sollte also am besten kalibriert sein. Es gibt drei Wege: Ein vom Hersteller mitgeliefertes Profil in Windows verwenden - das funktioniert bei mir hervorragend - oder von Hand Kontrast und Farben einstellen mit den im FixFoto-Forum angebotenen Hilfen und Links oder per Kalibriergerät. Es gibt dafür für den Hausgebrauch diverse Hersteller erschwinglicher Geräte, z.B. Colorvisions Spyder2 bzw Spyder ColorPlus, Pantones Huey oder Gretag MacBeths Eye One. Für erstere zwei Hersteller gibts im Forum diverse Beiträge mit allerlei Tips zum Umgang mit den Geräten.

Normlicht

Diese Geräte verändern in der Regel die Anzeigeeigenschaften der Grafikkarten, damit der Monitor farbrichtig anzeigt. Wenn man es genau nimmt, gilt das nur unter Normlicht. Meist meint man damit ein der Sonne ähnliches Kunstlicht, genormt nach ISO-Norm ISO 3664 und üblicherweise mit einer Farbtemperatur von 6500 Kelvin, was dann Normlicht D65 heißt. Es gibt aber z.B. auch D50, D55 oder D75.

Additive vs. Subtraktive Farbdarstellung

a) Monitor

Ok, hat man nun einen kalibrierten Monitor, kann man davon ausgehen, daß sowohl die Farb- als auch die Helligkeitsdarstellung optimal ist, also digitale Bilddaten unverfälscht dargestellt weriden. Nun besteht aber ein grundlegender Unterschied, wie Farben am Bildschirm und auf dem Papier erzeugt werden. Der Bildschirm realisiert dies, indem er drei Grundfarben an Licht, nämlich Rot-Grün-Blau erzeugt, diese mischt und in unser Auge sendet.

b) Papier

Es mag sich trivial anhören, aber Papier erzeugt kein Licht. Folglich muß der Farbeindruck auf andere Weise entstehen. Dies geschieht, indem Farbstoffe entweder im Papier aktiviert (Ausbelichten, 'echte' Fotos) oder aufs Papier aufgebracht werden (alle Arten von Drucken). Auch hier entscheidet die Mischung über die resultierende Farbe. Physikalisch gesehen wird bei Farbstoffen Licht gefiltert. Das was nicht gefiltert wird - daher subtraktiv - wird wieder abgestrahlt und erreicht unser Auge. Weil hier Teile des - idealerweise weißen - Beleuchtungslichtes weggefiltert werden, also weniger zurückgestrahlt als beleuchtet wird, kann logischerweise ein Farbstoff niemals so hell strahlen wie die selbstleuchtenden Pixel eines Monitors.

Nur mit Tricks - UV-Wandler im Farbstoff - kann man Farbstoffe heller strahlen lassen. Hierbei wird ein Teil des im weißen Licht enthaltenen UV-Anteils in eine gewünschte sichtbare Farbe umgewandelt. Dies ergibt dann die sogennanten Leuchtfarben.

Profilierung bei MiniLabs

Es soll hier nicht um Empfehlungen gehen, Bilder mit einem anderen als dem sRGB-Farbprofil, z.B. einem Adobe-RGB dem Ausbelichter anzuliefern, sondern nur um eine Beschreibung der Umstände. Dies deshalb, weil - laut Schätzung von Manfred - derzeit nur Minilabs von Fuji und das Agfa d-Lab überhaupt mit Farbprofilen umgehen könnten. Könnten deshalb, weil selbst wenn die Möglichkeit vorhanden ist, heißt das noch lange nicht, daß der Dienstleister diese Option seiner MiniLab-Maschine auch wirklich nutzt und aktiviert hat.

Die Einschätzung lautet, daß überhaupt nur Fachlabore Farbprofile verwenden und wie gesagt, sicher nicht alle. Die meisten davon dürften im ALR http://www.alr-fotofachlabore.de organisiert sein. Jetzt muß man nur noch herausfinden, welche von denen ein Frontier- oder Agfa dLab-Minilab hat. Idealerweise ist das MiniLab ebenfalls profiliert, so daß es Bilddaten digital korrekt mit eingelagerten Profilen verarbeitet.

Kalibrierung bei MiniLabs

Zusätzlich hat man bei diesen Maschinen aber noch einen weiteren wichtigen Einflußfaktor. Das MiniLab muß auch prozeßtechnisch, also chemisch richtig eingestellt sein. Das kann man als die Kalibrierung des MiniLabs verstehen. Die Ausbelichtung ist ja ein chemischer Vorgang. Diese chemische Einstellung ist aber sehr viel wichtiger als die Verwendung von Farbprofilen. Man kann davon ausgehen, daß ein optimal chemisch eingestelltes MiniLab optimal vom Benutzer vorbereitete Bilder auch optimal ausbelichten wird. Dies wird so gut sein, daß man praktisch keinen Unterschied zu einem MiniLab sehen wird, das zusätzlich noch Farbprofile berücksichtigt.

Dies wiederum liegt daran, weil der Farbraum des Papiers, also die Anzahl darstellbarer Farben, um einiges geringer ist, als bei sRGB. Der noch größere Farbraum Adobe-RGB kann hier also keine Vorteile bringen und die Praxis beweist es auch. Nach Manfreds Einschätzung sind ohnehin sogar weniger als 10% der MiniLabs in Deutschland profiliert. Man kann also getrost Farbprofile beim Ausbelichten vergessen. Dafür seien aber mehr als 80% der MiniLabs korrekt chemisch eingestellt und darauf kommts im Endeffekt an.

Umgekehrt, verarbeitet ein MiniLab Farbprofile in Bildern, ist aber chemisch schlecht eingestellt, kommen nur Schrottbilder aus der Maschine. Letztendlich reicht eine Nachfrage beim Ausbelichter nicht, ob das MiniLab profiliert ist, um sicher zu sein, daß man auch optimale Papierbilder erhalten wird. Es bleibt nur das Ausprobieren oder auf die Empfehlungen anderer Leute zu hören, die mit dem Ausbelichter schon Erfahrungen gesammelt haben.

Wie Bilder fürs Ausbelichten vorbereiten?

Auch mit einem nichtkalibrierten Monitor vorbereitete Bilder werden auf korrekt chemisch eingestellten MiniLabs hervorragend herauskommen. Insbesondere dann, wenn der Dienstleister an der Maschine die Bilder noch optimiert, wie es sich für einen Fachbetrieb gehört. Dies ist also eine Option für noch nicht so erfahrene Bildbearbeiter am PC. Man kann sich auf eine einfache Optimierung im Rahmen des eigenen Wissens beschränken, achtet vor allem auf den Bildausschnitt und überläßt den Rest dem Ausbelichter.

Farbprofile/Softproofs von MiniLabs am eigenen PC

Wer es optimal möchte, richtet sich nach folgenden Empfehlungen. Gut, nachdem wir wissen, daß unsere Bilder vom kalibrierten Monitor zwangsläufig auf Papier anders aussehen werden, könnte man auf die Idee kommen, die Papierdarstellung am Monitor zu simulieren. Das heißt, man möchte am Monitor einen möglichst guten Eindruck davon bekommen, wie die Bilder nachher auf Papier aussehen werden.

Und es gibt eine Lösung dafür: Man besorgt sich von einem Fuji- oder Agfa dLab die Farbprofile, auch Softproofs genannt, z.B. dlab_prestige_digital.icm oder FF_Frontier_Print_sRGB.icc oder Fuji_Frontier-sRGB_CA-Type-II_V2.icc etc. Letztere Datei ist bei mir 822 KB groß und befindet sich nun im "Windows"-Verzeichnis (Name je nach Betriebssystem verschieden) und dort im System32-Spooler-Driver-Color-Verzeichnis. In dieses Verzeichnis kopiert man also alle vom Ausbelichter erhaltenen Dateien. Wichtig auch: Das Fuji-Frontier kann nur 8 Bit-Bilder verarbeiten, also ggf. 16 Bit TIFFs in 8 Bit wandeln!

Es bleibt als letzter Schritt, in FixFoto die Farbprofilverwendung zu aktivieren. Dafür geht man im Menü 'Ansicht'...'Farbverwaltung' zuerst auf Monitorprofil, es wird zwingend benötigt. Man kann dafür entweder ein mit dem Monitor mitgeliefertes verwenden oder eines, das mit einem der oben erwähnten Geräte erzeugt wurde. Als nächstes wählt man unter Ausgabeprofil dasjenige Profil des gewünschten Ausgabegerätes, also hier des MiniLabs. Es könnte aber auch das des eigenen Druckers sein.

Wie man nun im Menü 'Ansicht'...'Farbverwaltung' sieht, sind diverse Menüpunkte aktiviert. Daneben findet man Tastenkombinationen, um einfach zwischen der Anzeigeart hinundher zu schalten. Zum Beispiel schaltet man mit Umschalt+2 auf die Anzeige mit Ausgabeprofil um und sieht nun das Bild - näherungsweise - wie es bei Ausgabe auf Papier aussehen würde. Nun könnte man das Bild so verändern, daß es optimal herauskäme.

Mit Umschalt+1 schaltet man auf das Monitor-Profil um und mit Umschalt+0 schaltet man die Farbverwaltung ab. Zwischen Umschalt+0 oder +1 kann sich evtl. keinerlei Anzeigeänderung ergeben, wenn man schon in Windows sowieso ein Monitorprofil geladen hat. Übrigens, bei meinem Monitor ist das mitgelieferte Profil schon sehr gut.

Farbdruck der Druckerei

Druckereien verwenden meist - für DigiFotografen - exotische Farbräume. Je nach Druckverfahren könnte das CMYK oder RGB oder aber Hexachrome sein. Hierfür ist eine Profilverarbeitung zwingend nötig, weil sich sonst große sichtbare Abweichungen ergeben können und auch, damit man reproduzierbare Ergebnsse erhält bzw. die Druckerei und der Bildlieferant über den selben Farbton sprechen, wenn jeder vor dem eigenen Monitor sitzt.

Gutes Gelingen,

Ralf

PS. Hier noch ein Link zum Auffinden professioneller Fotodienstleister - u.a., um Anbieter mit MiniLab zu finden: http://www.alr-verband.de
 
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Moin Ralf,

sehr gute und hilfreiche Zusammenfassung.

Bevor Heinz das aber wieder zusammenfasst und als PDF weglegt sollten m. E. noch 2 Dinge geändert werden:

ralfeberle schrieb:
Ich hatte vor kurzem mal mit Manfred 'kuni-r' korrespondiert zwecks MiniLabs, ihrer Verbreitung und vor allem ihren Möglichkeiten, auszubelichtende Bilder mit eingelagerten Farbprofilen zu verarbeiten. Daraus ergab sich dann eine Methode, wie man idealerweise vorgeht, um optimale Papierbilder zu erhalten. Folgende Empfehlungen können nur dann optimale Papierbilder ergeben, wenn eine wichtige Voraussetzung gegeben ist:

Bildschirmkalibrierung

Der eigene Bildschirm muß farbrichtig anzeigen, sollte also am besten kalibriert sein. Es gibt dafür für den Hausgebrauch diverse Hersteller erschwinglicher Geräte, z.B. Colorvisions Spyder2 bzw Spyder ColorPlus, Pantones Huey oder Gretag MacBeths Eye One. Für erstere zwei Hersteller gibts im Forum diverse Beiträge mit allerlei Tips zum Umgang mit den Geräten.

Gerade Kuni hat immer darauf bestanden, dass für den Durchschnitts-Anwender ein händisch kalibrierter Monitor reicht. Ich möchte das auch weiterhin als richtig ansehen.

Deine Einleitung erweckt jedoch den Eindruck, dass nur Spyder(oder andere)-kalibrierte Monitore eine vernünftige Basis für die Beurteilung am Monitor darstellen. Ich war ziemlich erstaunt wie genau ich meinen Bildschrim allein mit den von Kuni zusammengestellten Hilfsmitteln kalibriert hatte, als mein Huey die Kontrolle übernahm. Man kann es also händisch, sollte aber auch genau sein...

Ich würde deinem Anspruch folgen, wenn die Nachteile einer händischen Monitor-Kalibrierung unbedingt auszuschließen sind. Aber so...? Es kommt immer auf den Anspruch des Fotografen an.

Und es gibt eine Lösung dafür: Man besorgt sich von einem Fuji- oder Agfa dLab die Farbprofile, z.B. dlab_prestige_digital.icm oder FF_Frontier_Print_sRGB.icc oder Fuji_Frontier-sRGB_CA-Type-II_V2.icc etc. Letztere Datei ist bei mir 822 KB groß und befindet sich nun im Windows-System32-Spooler-Driver-Color-Verzeichnis. In dieses Verzeichnis kopiert man also alle vom Ausbelichter erhaltenen Dateien.

Da bist du aber etwas nachlässig geworden.
Du warst es doch, der mir gegenüber darauf bestanden hat, dass es vom Betriebssystem abhängt, wo die Farbprofile liegen. ;D

Für Windows XP => WINDOWS\system32\spool\drivers\color

Deinen prosaisch beschriebenen Pfad hab ich nicht gefunden... 8-)

Die anderen BS hab ich jetzt nicht wiedergefunden. Hatte sie schon mal zusammengeschrieben...
 
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Hallo!

Danke, hab noch ein paar Präzisierungen eingefügt.

Gruß,

Ralf
 
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Hallo,
der letzte Post von Ralf "Optimales Ausbelichten" liegt nun auch als PDF vor und wurde als Kapitel 10 dem PDF "Bessere Bilder" hinzugefügt.
Aktualisierungsdatum (Fußleiste): 31.07.06
Micha hat es gestern abend hochgeladen. Es steht also zum Abruf bereit.
 
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